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Tierporträts mit Kompaktkameras

11/2011 · Wer eine Kamera und ein Haustier sein Eigen nennt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später diese Feststellung machen können: ein nicht unwesentlicher Teil der Fotosammlung zeigt genau dieses. Kein Wunder, schließlich ist es ein immer verfügbares Motiv, das sich nicht nach dem dritten Foto beschwert. Aber wie setzt man sein Haustier gut in Szene? Wie gelingen die besten Tierporträts, ohne dass man sich gleich eine Spiegelreflexkamera zulegen muss? Hier unsere Tipps für das perfekte Tierfoto mit einer Kompaktkamera…

© pixel horst - pixelio.de

 

Wer eine Kamera und ein Haustier sein Eigen nennt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später diese Feststellung machen können: ein nicht unwesentlicher Teil der Fotosammlung zeigt genau dieses. Kein Wunder, schließlich ist es ein immer verfügbares Motiv, das sich nicht nach dem dritten Foto beschwert. Aber wie setzt man sein Haustier gut in Szene? Wie gelingen die besten Tierporträts, ohne dass man sich gleich eine Spiegelreflexkamera zulegen muss? Hier unsere Tipps für das perfekte Tierfoto mit einer Kompaktkamera…

Tiere sind auch nur Menschen

Im Grunde gilt für Tierfotografie das gleiche wie für Porträts von Menschen: Man sollte darauf achten, dass die Schärfe auf den Augen liegt. Knallenden Sonnenschein sollte man vermeiden, und es gilt: Blitz aus! (Ausnahme: bei Gegenlichtsituationen in hellem Sonnenschein)

Ein wichtiger Trick ist immer: auf Augenhöhe bleiben. Was bei Menschen gut geht – man ist ja auf gleicher Höhe – endet bei Tieren oft mit einem auf dem Boden liegenden Fotografen. Hier hilft eine Kamera mit klappbarem Display.

Viele Porträtfotografen geben Ratschläge, wie die Stimmung gelockert und das Modell sich entspannen kann. Von diesen Tipps gelten auch viele für die Haustierfotografie. Eine ruhige Umgebung, in der sich das Modell sicher fühlt und ein lockerer Fotograf gehören zum Beispiel dazu.  Tiere brauchen wie Menschen ein kurzes Kennenlernen, wenn man etwas mit ihnen machen möchte. Bei Tieren gilt: Mit einer kleinen Leckerei werden Herzen gewonnen und Aufmerksamkeit geweckt. 

© Maren Beßler - pixelio.de

Die Kompaktkamera und das Tierporträt

Ein Tipp, dem man für das Porträtieren nicht oft genug wiederholen kann, ist das sogenannte Freistellen. Das bedeutet, man lässt den Vorder- und Hintergrund in Unschärfe verschwimmen. Das geht mit DSLRs wunderbar, bei Kompaktkameras aber gar nicht so leicht. Denn dafür braucht man eine große Anfangsblende bzw. eine kleine Anfangsblendenzahl von mindestens f2,8. Das findet man bei kompakten Digitalkameras eher selten. Außerdem bieten längst nicht alle Kompaktkameras einen manuellen Modus, in dem man Zugriff auf diese Einstellung hat.

© KuhnUli - pixelio.de

Als Ausweichmöglichkeit kann ein Motivprogramm herhalten. Motivprogramme sind Voreinstellungen für bestimmte, typische Fotosituationen. Dazu gehören zum Beispiel Sonnenuntergänge, Fotos bei Kerzenschein, Sportereignisse, Landschaften… und Porträts. Stellt man diesen Modus ein, wenn man ein Haustier fotografiert, hat man gute Grundbedingungen geschaffen.

Viele Kameras haben sogar ein eigenes Haustier-Motivprogramm. Casios Exilim-Reihe, darunter zum Beispiel auch die beliebte Casio Exilim EX-H20G, bietet unter "Haustier" oder "Pet" Belichtungsvoreinstellungen, die beim Fotografieren von Tieren relevant sind. Dazu gehört zum Beispiel eine kurze Belichtungszeit, damit nichts verwackelt. In eigentlich jeder Kamera steckt inzwischen auch eine Gesichtserkennung, welche die Belichtung auf das erkannte Gesicht optimiert. Warum hier aufhören, dachten sich die Entwickler bei Olympus offenbar, und spendierten einigen ihrer Digitalkameras, zum Beispiel der VG-130, eine Gesichtserkennung für Tiere.

Das ist alles ein guter Anfang, trotzdem kann man mit Kompaktkameras nicht den Grad an Hintergrundunschärfe erzeugen wie mit Spiegelreflexkameras. Damit das Motiv trotzdem zur Geltung kommt, sollte man auf einen ruhigen, ablenkungsfreien Hintergrund achten. Eine leere Wiese, ein schöner Vorhang, Himmel… so lenkt nichts von dem Hauptmotiv ab.

© Sybille Daden - pixelio.de

 

Die Betriebsgeräusche einer normalen Kamera – Klicken und Surren des Autofokus, Piepsen beim Auslösen – können sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Einerseits richtet das Tier seine Aufmerksamkeit auf die Ursache der ungewohnten Geräusche und blickt dann genau in die Kamera. Dieser direkte Blick ist ein schönes Motiv. Das hält allerdings nicht lange vor, denn nach wenigen Augenblicken verlieren die meisten Tiere das Interesse. Der Nachteil besteht in einer gewissen Unruhe, die sich gelegentlich bei den scheueren Naturen unter den tierischen Zeitgenossen einstellt.

Nicht nur die Kamera zählt…

Gerade beim Fotografieren von Haustieren zählt nicht die Ausrüstung allein. Hier kommt es auch auf die Geduld und Reaktionsfähigkeit des Fotografen an. Eine Drehung, ein Strecken, ein Sprinten, und schon präsentiert das Modell sich von seiner schönsten Seite – für eineinhalb Sekunden. Nachdem man also eine halbe Stunde auf den richtigen Moment gewartet hat, ist blitzschnell alles vorbei. Zugegeben, eine Digitalkamera mit langsamen Autofokus sollte man nicht haben. Sonst rödelt der Autofokus noch immer vor sich hin, wenn das Motiv längst etwas anderes macht. Ein weiterer Tipp ist der Serienmodus. So hat man später nicht nur ein, sondern mehrere Bilder von einem Augenblick zur Auswahl. Mit Glück kann man sogar richtige Bewegungsstudien einfangen.