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Makrofotografie: Exotik vor der Haustür...

07/2008 · Ein bewölkter, windstiller Tag und der gewohnte Blick aus dem Küchenfenster. Nicht gerade Bedingungen, die einen zu einer Foto-Tour inspirieren. Aber mit einer Digitalkamera mit Makromodus bzw. einer Spiegelreflexkamera mit Makroobjektiv eröffnet sich oftmals eine ganz neue Perspektive auf die Welt. Haben Sie keine Angst, mal einen neuen Standpunkt einzunehmen! Zum Beispiel einen bodennahen: Liegend kann man Details entdecken, an denen man sonst einfach vorbeiläuft. Insekten, Pflanzen, Steine, aber auch Alltagsgegenstände, denen man ein wenig auf die Pelle rückt – alles kann sich von nahem als lohnenswertes Motiv entpuppen.

Ein bewölkter, windstiller Tag und der gewohnte Blick aus dem Küchenfenster. Nicht gerade Bedingungen, die einen zu einer Foto-Tour inspirieren. Aber mit einer Digitalkamera mit Makromodus bzw. einer Spiegelreflexkamera mit Makroobjektiv eröffnet sich oftmals eine ganz neue Perspektive auf die Welt. Haben Sie keine Angst, mal einen neuen Standpunkt einzunehmen! Zum Beispiel einen bodennahen: Liegend kann man Details entdecken, an denen man sonst einfach vorbeiläuft. Insekten, Pflanzen, Steine, aber auch Alltagsgegenstände, denen man ein wenig auf die Pelle rückt – alles kann sich von nahem als lohnenswertes Motiv entpuppen.


Verwacklungsgefahr!
Verwacklungen fallen bei der Makrofotografie besonders auf. Um gestochen scharfe Bilder zu bekommen, sollte man ein Stativ benutzen. Wer eine Kamera ohne Stativgewinde hat, kann zur Stabilisierung auch einen Sack mit Reis oder Bohnen benutzen. Beim Fotografieren ganz nah am Boden ist das sogar praktischer als ein Stativ. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte zudem per Zeitauslöser knipsen. Denn auch durch das Betätigen des Auslösers können Verwacklungen entstehen.
Man sollte von einem gewählten Bildausschnitt mehrere Fotos machen. So kann man sicher sein, dass wenigstens ein scharfes Bild dabei ist. Keine Hemmungen, aussortieren können Sie später!

Motive unter freiem Himmel...
Für die Makrofotografie im Freien ist ein windstiller Tag vorzuziehen. Denn selbst wenn man einen still sitzenden Käfer findet – sitzt er auf einem im Wind schaukelnden Blatt, sind Bewegungsunschärfen nur mit extrem kurzen Belichtungszeiten und einem Blitz zu vermeiden.
Viele Makro-Fans plädieren auch dafür, an einem bewölkten Tag auf Motivjagd zu gehen. An solchen Tagen ist das Licht weicher und es gibt weniger Reflexionen.

       



...und drinnen
Auch bei Regen kann einem die Makrofotografie den Tag retten. Gehen Sie einfach mal mit offenen Augen durch Ihre Wohnung. Einzelne Blütenblätter am spießigen Tulpenstrauß von Tante Frida eröffnen aus der Nähe betrachtet ganz neue Perspektiven. Oder kapern Sie die Obstschale! Nerven Sie die Katze! Und spielen Sie mit der Beleuchtung und den Hintergründen.


Die Schärfentiefe
Das wichtigste Gestaltungselement in der Makrofotografie ist die Schärfentiefe. Bei den meisten Makrobildern ist ein Bereich scharf abgebildet, während der Rest in Unschärfe verschwimmt. Das Motiv wird so besonders stark vom Hintergrund abgegrenzt. Fotografen sagen dazu "freigestellt". Kompaktkameras mit Makromodus machen das meistens von allein.
Wenn bei Ihrer Kamera die Blende manuell verstellt werden kann, können Sie aber auch selbst beeinflussen, wie tief die Schärfeebene sein soll. Wenn Sie sich für die Hintergründe nicht interessieren, sondern nur wissen wollen, wie's geht, überspringen Sie den nächsten Absatz.

Ein bisschen Technik
Die Blende beschreibt die Größe des Lochs, das sich beim Auslösen kurz öffnet und so das Licht auf den Sensor (bei analogen Kameras auf den Film) lässt. Je größer das Loch, desto kleiner der Blendenwert. Blende 2 bedeutet also eine große Öffnung, während Blende 8 für eine kleinere steht.
Gleichzeitig müssen Sie mit der Blende die Belichtungszeit verändern. Denn eine größere Öffnung lässt natürlich auch mehr Licht durch. Und mehr Licht bedeutet, dass die für die ideale Belichtung notwendige Lichtmenge schneller erreicht ist. Anders herum müssen Sie bei einer kleinen Blendenöffnung bzw. einem großen Blendenwert die Belichtungszeit verlängern. Die meisten Kameras mit manuellen Einstellmöglichkeiten für Zeit und Blende bieten auch Halbautomatiken an. Beim manuellen Einstellen der Blende sollten Sie die Zeitautomatik wählen. So bestimmt die Kamera die optimale Belichtungszeit für die von Ihnen gewählte Blende.

 



Und so geht's:
Stellen Sie bei Ihrer Kamera die Zeitautomatik ein. Auf dem Wählrädchen der meisten Kameras wird dieser Modus durch ein A gekennzeichnet (abgeleitet von der engl. Bezeichnung für die Zeitautomatik, aperture priority). Auch das Kürzel Av (vom Engl. aperture value, Blendenwert) ist geläufig. Dann wählen Sie die Größe der Blendenöffnung.
Wenn Sie nun vom gleichen Motiv zwei Bilder mit unterschiedlichen Blendenwerten machen, sehen Sie, dass bei dem Foto mit dem kleineren Blendenwert (also der großen Blendenöffnung) die scharf abgebildete Ebene kleiner ist als bei dem Foto mit dem großen Blendenwert (also der kleinen Blendenöffnung).
Und jetzt hilft nur ausprobieren! Denn die meisten Digitalkameras bieten auf dem Display keine Vorschau auf die Schärfentiefe. Noch zwei kleine Leitsätze dazu:

  • Je kleiner der Blendenwert, desto flacher die scharfe Ebene.

und

  • Je geringer der Abstand zum Objekt, desto flacher die scharfe Ebene.

 

Vorsicht: Ein Schärfebereich von nur wenigen Millimetern ist schneller erreicht, als man denkt!
 

Der Reiz der Makrofotografie liegt im veränderten Blick auf die ganz alltägliche Welt. Spätestens, wenn Sie sich die Wartezeit an der Bushaltestelle damit vertreiben, den abgeblätterten Lack des Wartehäuschens zu fotografieren, wissen Sie, was gemeint ist. Probieren Sie es aus! Viel Spaß dabei!