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Lithium-Ionen-Akku versus AA-Batterie

04/2011 · Die meisten Kameras werden mit Lithium-Ionen-Akkus (kurz: Li-Ion-Akkus) betrieben, doch finden sich immer noch viele Kameras mit Energieversorgung über AA-Batterie. Grund genug, um die Vor-und Nachteile beider Varianten zu durchleuchten...

Die meisten Kameras werden mit Lithium-Ionen-Akkus (kurz: Li-Ion-Akkus) betrieben, doch finden sich immer noch viele Kameras mit Energieversorgung über AA-Batterie. Grund genug, um die Vor-und Nachteile beider Varianten zu durchleuchten, auch wenn die Versorgungsart nicht der häufigste ausschlaggebende Faktor bei der Kaufentscheidung ist.

Der proprietäre Lithium-Ionen-Akku

Die meisten Digitalkameras werden mit einem Hersteller-spezifischen Akku geliefert, der nur in Kameras dieses Herstellers passt. Hierbei handelt es sich um Lithium-Ionen-Akkus. Diese haben im Vergleich zu NiMH-AA-Akkus eine höhere Energiekapazität im Vergleich zum Volumen, sind also bei gleicher Leistung kleiner und leichter als ihre NiMH-Verwandten. Das schlägt sich auch positiv auf die Größe und das Gewicht der Kameras nieder.

Ein Grund für die häufige Verwendung von Li-Ion-Akkus in Digitalkameras ist, dass die Hersteller an den proprietären Akkus etwas verdienen können. Eine Faustregel sagt, dass Lithium-Ionen-Akkus nach ca. 2-3 Jahren an Leistung verlieren, auch wenn das natürlich viel mit der Art der Lagerung und der Entladungshäufigkeit zu tun hat. Die Hersteller hoffen darauf, dass sich der Digitalkamera-Käufer einen zweiten Akku oder nach ein paar Jahren einen neuen Akku zulegt. Hier langen die Hersteller meist ordentlich zu. Doch dank der wachsenden Anzahl von Drittherstellern kann man auch passende Digitalkamera-Akkus nachbestellen, die meist günstiger sind als die Originale.

Lithium-Ionen-Akkus weisen keinen Memory-Effekt auf, man kann sie also guten Gewissens halb entladen wieder ins Ladegerät stecken, ohne dass sie auf Dauer an Leistung verlieren. Sehr praktisch, wenn man nur schnell vor einem Spaziergang den Akku etwas auffrischen möchte, ohne ihn vorher komplett zu entladen. Auch ist die Selbstentladung sehr gering.

AA-Batterien (Alkali, NiMH, NiCd)

Gemeint sind hier alle Batterien und Akkus in dieser Form, nicht allein Einweg-Batterien. Letztere sind aus zwei Gründen keine gute Wahl: Erstens sind sie nicht besonders umweltfreundlich, zweitens wäre es auf Dauer reichlich teuer, immer wieder neue Einweg-Batterien zu kaufen.

NiMH- oder NiCd-Akkus sind schwerer und größer als proprietäre Li-Ion-Akkus. Das ist der im wahrsten Sinne des Wortes gewichtigste Nachteil dieser Art der Energieversorgung. Der oben genannte Memory-Effekt tritt bei modernen NiMH- bzw. NiCd-Akkus kaum noch auf, die Selbstentladung ist allerdings im Vergleich zu Li-Ion-Akkus recht hoch. Sprich: wenn die Kamera einen Monat im Schrank lag, muss damit gerechnet werden, dass sie nach wenigen Auslösungen den Geist aufgibt.

Einen Vorteil hat der Betrieb mit AA-Batterien allerdings, den die proprietären Li-Ion-Akkus nicht bieten können. AA-Batterien sind auf der ganzen Welt überall zu haben. Ob in einem staubigen Kiosk in der tiefsten Mongolei oder an einer Tankstelle in Südamerika: zur Not bekommt man in Form von Einweg-Batterien überall Energie-Nachschub – ohne Steckdosenadapter oder Wartezeiten.