Es ist das Foto, an das jeder beim Wort "Hochzeitsfotografie" denkt: Das Porträt des frisch verheirateten Paares. Als Hochzeitsfotograf liegt es in Ihrer Verantwortung, ein Foto zu machen, dass es wert ist, auch noch Jahre später aus der Schublade geholt zu werden.
Was es beim Fotografieren des Brautpaares zu beachten gilt, können Sie im zweiten Teil unserer Fototipp-Serie zur "Hochzeitsfotografie" nachlesen.
Hier geht’s zum Fototipp "Hochzeitsfotografie (Teil 1)"
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Teil 2: Das Hochzeitsfoto
Die Vorbereitung
Alle guten Fotografen gucken von anderen guten Fotografen ab. Scheuen Sie sich nicht, das gleiche zu tun! Sie können sich ruhig professionelle Hochzeitsfotos anschauen, um sich Inspiration für Szenen, Bildausschnitte und Blickwinkel zu holen. Machen Sie sich eine Liste von guten Ideen. Im Eifer des Gefechts werden Sie nämlich alles vergessen haben, versprochen!
Während Sie die Location fotografieren (siehe Teil 1), können Sie sich nach einem schönen Hintergrund umschauen. Vermeiden Sie auf jeden Fall Hintergründe, in denen Werbung, Autos, Straßenschilder oder sonstiger banaler Alltag zu erahnen sind. Suchen Sie lieber nach schlichten, aber schönen Flächen: ist irgendwo eine schöne alte Backsteinmauer? Dichte, hohe Büsche? Ein alter Baum vor einer Grünfläche? Ein schönes Treppenhaus? Für die Fotos vor dem Altar sollten Sie sich vorher einen guten Blickwinkel überlegen, aus dem Sie das Paar nach der Zeremonie ablichten möchten.
Wenn es regnet, keine Panik! Schnappen Sie sich von einem der Gäste einen großen Schirm – der Symbolwert eines fröhlichen Paares unter einem bunten Regenschirm ist nicht zu unterschätzen.
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Das klassische Hochzeitsfoto
Da bei Hochzeitsfotos immer wieder das gleiche Motiv in ähnlichen Situationen abgelichtet wird, kann man ein paar konkrete Tipps geben:
Fordern Sie Zeit ein! Manche Menschen glauben, einmal kurz in die Richtung des Fotografen zu blicken, würde für ein gutes Foto reichen. Kündigen Sie vorher an, dass Sie für ein paar Minuten die volle Aufmerksamkeit der beiden brauchen.
Geben Sie konkrete Anweisungen, wie das Paar stehen soll. Frisch Verheiratete haben gerade ganz andere Sachen im Kopf, als für Sie mitzudenken oder auf ihre Haltung zu achten! Mögliche Posen, die Sie vor der Hochzeit im Internet recherchieren können, sollten Sie sich auf der Ideen-Liste notieren. Sorgen Sie dafür, dass die beiden dicht zusammen stehen und keine Lücke zwischen ihnen ist. Auch macht sich ein Halb-Profil meistens besser als eine frontale Aufnahme.
Achten Sie darauf, dass die Kleidung des Brautpaares richtig sitzt. Das sind immerhin Hochzeitsfotos, die noch nach Jahren gezeigt werden! Da will man keinen offenen Schnürsenkel sehen. Schreiben Sie sich eine Checkliste:
Die Braut:
Sitzt der Schleier? Sitzt die Kette gerade? Haben sich irgendwo Strähnen gelöst, die die Frisur zerstören? Hängt ein Ohrring in den Haaren? Ist Schminke verschmiert? Sitzt das Kleid um das Dekolleté richtig? Sind die Träger gerade? Lugt ein Träger der Unterwäsche heraus? Fällt das Brautkleid, wie es soll? Die Braut hat wahrscheinlich lange gebraucht, um es auszusuchen. Dann sollte man das Kleid auch angemessen in Szene setzten. Den Blumenstrauß sollte die Braut in Richtung Kamera kippen, so dass man die Blumen gut sehen kann.
Der Bräutigam:
Sitzt die Frisur? Schaut der Kragen symmetrisch aus dem Anzug? Sind die Hemdsärmel gleich weit draußen? Sitzen das Sakko-Tuch und der Schlips richtig? Ist der Hosenstall zu? Liegt die Hose gut auf den Schuhen oder ist Staub darauf?
Wenn Sie das Paar zurecht gezupft und den Bildausschnitt gewählt haben, sollten Sie IMMER mehrere Male auf den Auslöser drücken. Menschen blinzeln, und zwar immer dann, wenn sie es nicht sollen. Das gilt besonders, wenn sich die Brauteltern und die Trauzeugen mit auf das Bild begeben. Bei letzteren muss Kleidung und Frisur natürlich auch überprüft werden.
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Wenn Sie die Belichtungsparameter nicht manuell einstellen wollen, sollten Sie bei Ihrer Kamera das Motivprogramm "Porträt" wählen. Dort ist die Farbdarstellung so abgestimmt, dass Gesichter in einer gesunden Farbe dargestellt werden. Trotzdem sollten Sie sich vorher ansehen, wozu der Weißabgleich Ihrer Kamera gut ist: Unterschiedliche Lichtquellen produzieren unterschiedlich farbiges Licht, so dass zum Beispiel Hautfarben manchmal falsch dargestellt werden. Wenn Sie sich mit dem Weißabgleich Ihrer Kamera auskennen, können Sie grünliche oder rote Gesichter verhindern.
Viele Hersteller haben ihren Kameras eine Gesichtserkennung mitgegeben. Auch diese kann hier hilfreich sein.
Ganz wichtig: Sie brauchen eine Ersatzkamera! Der Fall ist zwar höchst unwahrscheinlich, aber sollte – toi toi toi – Ihrer Kamera etwas zustoßen, sollten Sie trotzdem Ihre Mission erfüllen können. Ebenfalls sollten Sie in jedem Fall Ihr Ladegerät einstecken (und wissen, wo die nächste Steckdose ist) bzw. einen Ersatzakku in der Tasche haben und lieber dreimal mehr Speicherkarten dabei haben, als sie vermutlich brauchen werden.
Eine der Aufgaben, die einem Hochzeitsfotografen auch zufällt, hat nichts mit Technik oder Know-How im fotografischen Sinne zu tun: Versuchen Sie, für eine gute Stimmung zu sorgen! Es gibt immer Gäste, die ungern fotografiert werden, gestresste Verwandte und – last but not least – ein sehr nervöses Brautpaar. Das größte Geschenk, das Sie den Gastgebern machen können, ist, dass man sich an ihre Hochzeit als einen fröhlichen und entspannten Tag erinnert.
Hier geht’s zum Fototipp "Hochzeitsfotografie (Teil 1)"