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Die Kamera-Trends der Photokina 2008

24.09.2008

Die PHOTOKINA 2008 ist eröffnet. Vom 23. bis zum 28. September präsentieren mehr als 1.500 Aussteller aus 46 Ländern ihre Neuheiten im Bereich Digital Imaging auf dem Kölner Messegelände. Als weltweit bedeutendste  Fotomesse ist die PHOTOKINA längst Trendbarometer für künftige Entwicklungen auf dem Fotomarkt. Das sind die Trends der PHOTOKINA 2008: 

 

Hat das Megapixel-Rennen ein Ende?

In der Vergangenheit war der Digitalkamera-Markt stark vom Megapixel-Wettstreit der Hersteller geprägt. Inzwischen aber haben die Konsumenten erkannt, dass die Bildqualität nicht automatisch an der Zahl der Pixel festzumachen ist. Kompakte Digitalkameras mit einer Auflösung von 12 Megapixeln werden – zu Recht (siehe Standpunkt: 12-Megapixel-Trend = Datenmüll?) – mit kritischen Augen betrachtet. Damit ist wohl auch zu erklären, dass auf der diesjährigen PHOTOKINA das Megapixel-Rennen in den Hintergrund rückt. Die Kamera-Hersteller setzen verstärkt auf Zusatz-Features wie Gesichtserkennung oder Superzoom-Objektiv in ultrakompakten Gehäusen. Sicher, keines dieser Features ist als ein Beispiel echter Innovation zu verstehen. Kameras mit Gesichtserkennung gibt es schon seit einiger Zeit und auch optische Zoomobjektive mit 6facher Vergrößerung und mehr sind in der Kompaktklasse keine Seltenheit mehr. Die Kamera-Hersteller machen jedoch deutlich, dass sie die Features in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt und verbessert haben. Neuere Digitalkameras mit einer Gesichtserkennung, zum Beispiel, können mehr als nur automatisch auf Gesichter scharf stellen. Sie sind sogar in der Lage, erst dann auszulösen, wenn sie ein Lächeln auf den Gesichtern der anvisierten Personen erkannt haben.   

 

 

Bitte lächeln: Sonys Cybershot-Modelle der T-Serie  kommen mit einer Lächelerkennung daher

 

Spiegelreflexkameras mit Videofunktion

Auch im Bereich der Spiegelreflex-Fotografie spielt die Megapixel-Frage nur eine unbedeutende Nebenrolle. In den letzten vier bis fünf Jahren sind die Preise für digitale Spiegelreflexkameras stark gefallen. Einsteiger-Modelle sind mitunter schon für rund 400 Euro zu haben und damit auch für eine breitere Masse an Hobbyfotografen erschwinglich geworden. Bereits elf Prozent aller verkauften Kameras sind Spiegelreflex-Modelle. Da sie um einiges teurer sind und den Kauf von Zubehör wie Objektiven quasi bedingen, verdienen die Hersteller auch einiges mehr an ihnen. Da überrascht es nicht, dass Canon, Nikon und Co die Spiegelreflexkamera noch "massentauglicher" machen wollen. Vor einigen Jahren noch undenkbar, entwickelt sich die LiveView-Funktion, sprich die kontinuierliche Anzeige des Motivs auf dem Display, schon zum Standard. Von der Livebild-Anzeige ist es dann auch nicht mehr weit zur Videofunktion. Die EOS 5D Mark II und D90, die neuen Spiegelreflexkameras von Canon und Nikon, können sogar Videos in Full-HD aufnehmen.

 

Spiegelreflex ohne Spiegel: EVIL-Kameras

Trotz wachsender "Massentauglichkeit" kann es aber schon bald vorbei sein mit dem Höhenflug der digitalen Spiegelreflexkamera. Sie muss sich – im wahrsten Sinne des Wortes – auf üble Konkurrenz gefasst machen. Ein neues Kamerakonzept, das auf den Namen EVIL getauft wurde, will versuchen, den Kamera-Markt zu revolutionieren. EVIL setzt sich zusammen aus "electronic viewfinder" (elektronischer Sucher) und "interchangeable lens" (auswechselbares Objektiv). Wie bei einer Spiegelreflexkamera kann bei einer EVIL-Kamera das Objektiv ausgewechselt werden, allerdings kommt das EVIL-Modell ohne Schwingspiegel aus. Bei einer Spiegelreflexkamera verhindert der Schwingspiegel, dass ein Livebild auf dem Display erzeugt werden kann. Zwar verfügen neuere SLR-Modelle über die bereits erwähnte LiveView-Funktion, doch erwies sich dieser Lösungsansatz in der Praxis oftmals als unbefriedigend.
Die Schein-Spiegelreflexkamera namens EVIL hat mit diesem Problem nicht zu kämpfen. Sie verzichtet auf den Spiegel im Inneren des Gehäuses. So fällt das Licht direkt auf den Sensor, der fortwährend ein elektronisches Vorschaubild erzeugt, das entweder auf dem Display oder im elektronischen Sucher angezeigt werden kann. Ohne Spiegel ist zudem der Abstand zwischen Objektiv und Sensor geringer. Das wiederum erlaubt es den Herstellern, kleinere und damit auch leichtere Objektive zu konstruieren. 
Der elektronische Sucher der EVIL-Kamera soll dank höherer Auflösung ein wesentlich besseres Vorschaubild liefern, als man es bislang aus der Bridgekamera-Klasse kennt. Ob er aber an den optischen Sucher einer Spiegelreflexkamera heranreicht? Neugierige haben auf der PHOTOKINA Gelegenheit, sich ein Bild vom EVIL-Konzept zu machen. Dort gibt es erste serienreife Modelle zu sehen, z.B. die Lumix G1 von Panasonic.

 

Eine der ersten Evil-Kameras: Die Panasonic Lumix G1

 

Konkurrenz für Kompaktkameras: Foto-Handys

Aber nicht nur die "Großen" müssen sich vor der Konkurrenz in Acht nehmen. Auch die "Kompaktlinge" haben es zunehmend schwerer. Mit Nokia ist zwar nur ein einziger Handy-Hersteller auf der PHOTOKINA vertreten, gleichwohl ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich Kamera-Handys immer größerer Beliebtheit erfreuen. Bei jedem großen Handy-Hersteller findet sich in der Produktpalette mindestens ein Modell mit fünf oder mehr Megapixeln. 8-Megapixel-Handys wie das Samsung Innov8 oder das Sony Ericsson C905 stehen schon in den Startlöchern.
Gewiss werden die Knips-Handys den kompakten Digitalkameras auf absehbare Zeit nicht den Rang ablaufen. Ein Kamera-Handy ist und bleibt in erster Linie ein Handy. Für eine intensive Nutzung der integrierten Kamera sind bislang die wenigsten Handy-Akkus gemacht. Auch beansprucht die Unterbringung eines optischen Zooms viel Platz, aber wer möchte schon zu den klobigen Handys der 90er Jahre zurückkehren? Nichtsdestotrotz hat sich in den letzten Jahren viel getan. Foto-Handys der Oberklasse können es inzwischen locker mit billigen Digitalkameras aufnehmen.

 

Digitale Bilderrahmen

Neben Speicherkarten (mit immer höheren Speicherkapazitäten) und portablen Fotodruckern sind im Zubehörbereich vor allem digitale Bilderrahmen gefragt. Mehr und mehr Hersteller haben sie in ihrem Portfolio. Bereits für unter 50 Euro bringen günstige Modelle Abwechslung in die heimische Bilderrahmen-Landschaft. Während 2006 nur magere 33.000 Stück über die Ladentheke gingen, wurden 2007 schon 370.000 digitale Bilderrahmen verkauft. Tendenz steigend.

 

Digitale Bilderrahmen wie der Cytem VS1024-MM sind beliebt

 
 
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