Nikon D800 Test

Produktbild - Nikon D800

Preis: ab 2.898,00 €

  • Typ: digitale Spiegelreflexkamera |
  • Bajonett: Nikon F |
  • 36.0 Megapixel |
  • Bildsensor: CMOS, 35.9 x 24 mm |
  • Display: 3.2 Zoll, 921.000 Bildpunkte |
  • optischer Sucher |
  • Lichtempfindlichkeit: ISO 100 - ISO 26 |
  • Dateiformate: JPEG, RAW |
  • Verschlusszeit: 1/8000 - 30 Sek. |
  • Bulb-Funktion |
  • Gesichtserkennung |
  • Belichtungssteuerung: |
  • Automatik, Halbautomatiken, Manuell |
  • Erw. Speicher: SD, SDHC, SDXC, CompactFlash Typ I |
  • HDMI-Anschluss |
  • Full-HD-Video |
  • Energie: Li-Ion-Akku |
  • Gewicht: 1000g |

2x

Tests gesamt: 9
Auszeichnungen: 2
Gelistet seit: 02/2012
Letzter Test: 05/2012

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Auswertung der Testberichte

Die Nikon D800 ist der Nachfolger der hochgelobten Nikon D700. Viele Punkte guckt sich die digitale Spiegelreflexkamera von der gleichaltrigen Schwester Nikon D4 ab, z.B. den großen Monitor oder das neue Belichtungs-Messungssystem. Wie die Vorgängerin positioniert sich auch die Nikon D800 mit ihrem FX-Sensor quasi als Einstiegs-Vollformatkamera. Einige Tests sprachen sogar von einer ernstzunehmenden Konkurrentin für das Mittelformat. Durch die sehr hohe Auflösung positioniert sie sich als Studiokamera.

Nikon D800 Frontansicht

Gehäuse – erfüllt Profiansprüche
Die Nikon D800 präsentiert sich in einem wetterfesten (sprich: staub- und feuchtigkeitsbeständigem) Magnesiumgehäuse. Das Gehäuse liegt laut Test gut in der Hand und ist überraschend leicht, sogar etwas leichter als die Vorgängerin D700.
Das brillante Display ist mit 3,2 Zoll (8 cm) überdurchschnittlich groß und löst mit 921.000 Pixeln auch angemessen auf. Dreh- oder schwenkbar ist es nicht. Ein Liveview-Modus ist natürlich vorhanden, die Helligkeit des Displays wird automatisch oder manuell angepasst. Als Ausrichtungshilfe kann ein virtueller Horizont eingeblendet werden. Für eine korrekte Vorschau im manuellen Modus gibt es eine Abblenddtaste.
Der Sucher bietet eine 100%-Abdeckung und eine 0,7-fache Vergrößerung. Das ist ein Hauch weniger als bei der Vorgängerin.

Bedienung – Profiniveau durch viele, viele Tasten
In erster Linie ist die Nikon D800 für eine professionelle Nutzung konzipiert. Darüber hinaus stehen aber auch eine Vollautomatik und Motivprogramme zur Verfügung. Sogar für eine Motiverkennung ist sich die DSLR nicht zu schade.
Die Vielzahl an Tasten verspricht einen erstklassigen Workflow. Schnellzugriffe auf die wichtigsten Parameter (Bildqualität, WB, Reihenaufnahmen, ISO) erhält man durch Drücken des Schnellzugriffs und gleichzeitigem Drehen des laut Test sehr gut positionierten Einstellrades. Die Symbole auf dem Moduswahlrad stehen jetzt übrigens nicht mehr oben auf dem Rad, sondern auf der Seite. So kann man besser von hinten die aktuellen Einstellungen erkennen.
Das Menü ist durch die vielen Ebenen recht kompliziert – was aber bei einer Kamera mit einem solchen Funktionsumfang nicht verwunderlich ist. Durch individuelle Konfigurierbarkeit kann man es etwas übersichtlicher gestalten. Schon Kameraintern werden viele Bearbeitungsmöglichkeiten für die Fotos angeboten, RAW-Fotos lassen sich z.B. bereits in der Kamera entwickeln. 

Nikon D800 Rückseite Display

Bildqualität – großer Sensor, viele Pixel
Der Vollformat- bzw. Kleinbild-CMOS-Sensor der Nikon D800 löst mit gewaltigen 36,3 Megapixeln auf. Das ist viel, selbst für den FX-Vollformat-Sensor der Größe 35,9 x 24,0 mm. Der ISO-Bereich geht von ISO 100 bis 6.400 und ist bis auf 25.600 erweiterbar. Das ist hoch, die Nikon D4 kann allerdings mit max. ISO 205.800 schon fast als Nachtsichtgerät eingesetzt werden. Neu ist der Prozessor EXPEED 3. Die Belichtungsmessung "3D-Color-Matrixmessung SIII" hat die Nikon D800 mit der D4 gemein, das mit gewaltigen 91.000 Messpunkten arbeitet.
DX-Objektive können angesetzt werden, im Sucher wird dann der nicht mehr berücksichtigte Randbereich maskiert.
Die Rauschunterdrückung wird bei der Nikon D800 direkt am Sensor vorgenommen. Die hohe Auflösung hat übrigens große Dateien zum Ergebnis: Bei voller Auflösung landen schon mal 100-MB-Fotos auf dem Computer. Die kleineren Auflösungen bieten 20 und 9 Megapixel. Setzt man ein DX-Objektiv an, schrumpft die Auflösung ebenfalls auf 15 MP. 
Trotz der gewaltigen Auflösung von 36 MP kann die Nikon D800 laut mehrerer Testberichte ihre Vorgängerin in puncto Bildrauschen übertrumpfen. Bis ISO 1.600 steigt das Rauschen kaum an, danach wird bis inklusive ISO 6.400 ein sehr feines Korn sichtbar. Danach nimmt das Rauschen zu, die Detaildarstellung bleibt dabei aber sehr gut. Das bedeutet, dass Nikon bei der D800 lieber Rauschen in Kauf nimmt, als die Details mit einem Weichzeichner glattzubügeln. Trotzdem lassen sich bei starker Vergrößerung von einem geübten Auge auch Glattbügel-Effekte durch die Rauschunterdrückung feststellen. Im Vergleich zur Nikon D4 ist die Nikon D800 aber auch nicht als High-ISO-Kamera konzipiert, sondern auf beste Auflösung bei gutem Licht – eine prädestinierte Studiokamera, die bei optimalen Bedingungen gewaltig viel Spielraum für Ausschnittsvergrößerungen bietet.
Bei der Auflösung konnte die Nikon-Vollformatkamera ebenfalls mit sehr hoher Schärfe überzeugen. Hier darf allerdings auf ein hochwertiges Objektiv nicht verzichtet werden, denn die hohe Auflösung verzeiht keine Abbildungsschwächen.
In puncto Farbdarstellung ist die Nikon D800 ganz Profi. Die Farben werden realistisch wiedergegeben, feinste Farb- und Helligkeitsabstufungen werden laut Test ausgezeichnet dargestellt. Das wird bis in die hohen ISO-Zahlen (ISO 6.400) auf gutem Niveau gehalten. Die Dynamik ist gibt und schafft es, bis ISO 1.600 bei ca. 10 Blendenstufen zu bleiben – ein guter Wert, aber kein überragender. Bei der Dynamikerweiterung oder im RAW-Modus sieht das Ergebnis freilich besser aus. 

Nikon D800 Frontseite Bajonett Sensor

Ausstattung – integrierter Camcorder
Die Nikon D800 bietet einen Full-HD-Videomodus mit einer Auflösung von 1920 x 1080p/30fps. Aufgenommen kann im Voll- oder im DX-Format. Integriert ist ein Monomikrofon, ein externes Stereomikrofon kann angesetzt werden. Die Kamera erlaubt präzise Justierungen des Tons, Zeitrafferaufnahmen und verlustfreie Videoaufnahmen durch externe Speicherung der Filmdateien. Die Blende wird motorisch in 1/8-Schritten gesteuert. Videoaufnahmen können dank eines separaten Video-Auslösers schnell und intuitiv gestartet werden. Auch für den Video-Betrachtungsmodus gibt es einen Schalter auf der Rückseite. Die Videoqualität ist gut: Schärfe, ausgewogene Farben und Detaildarstellung wurden gelobt. Gefallen konnte im Test auch die sehr geringen Farbmoirés. Das Rauschen im Film war dezent. Kleine Kritikpunkte: hier und da gab es Farbfehler, außerdem wurde die Schärfe gelegentlich unzuverlässig nachgestellt. Unterm Strich wird die Videoqualität laut der Tests aber auch professionelleren Ansprüchen gerecht.
Der Kamera scheint zum Profigerät nichts zu fehlen. Beworben wird sie mit einem besonders leisem Spiegelschlag und einem auf 200.000 Auslösungen ausgelegten Verschluss – alles Merkmale einer professionellen DSLR. Der Spiegel wurde im Test in der Tat als sehr leise und sehr sanft gelobt.
Trotz des gehobenen Anspruchs wurde auf einen integrierten Blitz nicht verzichtet. Dieser ist mit ca. Leitzahl 12 zwar nur eine Notlösung, kann laut Test aber auch als Master für externe Blitze eingesetzt werden.
Nützliche Spielereien wie die Dynamikerweiterung "aktives D-Lighting" und die HDR-Funktion wurden aus niedrigeren Klassen übernommen. Sogar einige Effekte wie sternförmige Spitzlichter, Einzelfarbfilter und eine Miniaturisierung sind mit an Bord, die sich im Nachhinein auf die Fotos anwenden lassen. Auch eine Intervallaufnahme ist möglich, aus der bei Bedarf automatisch ein Zeitrafferfilm erstellt werden kann. Die Vignettierung und die Verzeichnung kann bereits in der Kamera aus JPEG-Bildern entfernt werden – allerdings nur in Verbindung mit Nikon-Objektiven, deren Profile gespeichert sind.
Die Nikon D800 bietet zwei Kartenslots. Die zweite Karte kann wahlweise als „Überlaufspeicher“ oder als Backup benutzt werden. Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht darin, auf der einen Karte RAW- und der anderen JPEG-Daten zu speichern. Die sehr schnellen XQD-Karten sind laut Test leider nicht mit der D800 kompatibel.

Geschwindigkeit – Serienmodus 5 B/S
Serienaufnahmen macht die Nikon D800 laut Herstellerangaben mit ca. 4 bis 5 Bildern pro Sekunde. Das ist anständig, aber nicht rekordverdächtig – zumindest nicht, solange man die hohe Megapixelzahl von 36 MP außer Acht lässt. Eine solche Datenmenge braucht eben Verarbeitungszeit.  „Eher Dauerläuferin als Sprinterin“ nannte ein Test die Kamera.
In puncto Auslösegeschwindigkeit positioniert sich die D800 mit 51 Messfeldern, darunter 15 Kreuzsensoren, gut. Elf der Messfelder sind für den Einsatz bei wenig Licht (f8) optimiert. Erst ab Blende f5,6 stehen alle Messfelder zur Verfügung. Eine Feinjustierung des AFs ist möglich. Die Auslösegeschwindigkeit des Phasen-AFs erwies sich im Test als sehr gut.
Im Liveview-Modus springt ein laut Testbericht ebenfalls sehr guter Kontrast-Autofokus für den Phasenautofokus ein. Eine Gesichtserkennung ist auch an Bord. Für Dämmerlicht gibt es ein Hilfslicht, das aber laut Test unangenehm hell war und sich zum Glück abschalten ließ.

Fazit & Alternativen
Die Nikon D800 ist eine erstklassige Profikamera mit sehr guter Bedienbarkeit und erstklassiger Bildqualität – das war zu erwarten. Durch die hohe Auflösung ist die Nikon D800 eher für Studio, Architektur  oder Landschaft. Durch die (relativ) geringe Serienbildgeschwindigkeit ist sie für Sport und Action weniger geeignet, hier ist die schnellere Nikon D4 die bessere Wahl.
Alternativen gibt es in dieser Generation (noch) nicht viele. Interessant ist natürlich der Vergleich zur fast gleichaltrigen Canon EOS 5D Mark III. Zu nennen wären sonst bloß die Schwester Nikon D4 und die gleichaltrige Canon EOS 1D X.

Tests mit Auszeichnung

Kein Logo
Ausgabe 5/2012

Bildqualität Exzellent

Zitat: Die Leistungen der Kamera sind erstaunlich. Trotz der extrem hohen Pixeldichte auf dem Vollformatsensor bleiben etwa die Rauschergebnisse deutlich unter den befürchteten Werten. Die Umsetzung der nominellen Auflösung […] in echte Bilddetails liegt ebenfalls auf sehr hohem Niveau.

  • Platz k.A.
  • Wertung 93.9

zum Test

Digitalkamera.de - 5 Sterne
Ausgabe 4/2012

5 Dots

Zitat: Pro: Überragender Ausstattungsumfang. Überraschend hohe Rauscharmut. Integriertes Blitzgerät. Extrem hohe Sensorauflösung. Sehr gute Videofunktionen inklusive Live-Stream via HDMI. Contra: Display weder klapp- noch schwenkbar. Hohe Sensorauflösung stellt höchste Ansprüche an Objektive. Etwas geringe Serienbildrate (aber großer Puffer ermöglicht lange Sequenzen).

  • Platz k.A.
  • Wertung 5.0

zum Test

Tests ohne Auszeichnung

Testquelle - ColorFoto
Ausgabe 4/2012

Zitat: Das Einstellrad als solches ist bekannt, neu ist aber, dass die Beschriftung jetzt auch von der Rückseite aus zu lesen ist – eine kleine, aber durchaus wichtige Verbesserung. Denn früher konnte man die Schrift ausschließlich von oben erkennen, wozu man die Kamera drehen musste.

Anmerkung zum Test: getestet wurde ein Vorserienmodell

  • Platz k.A.
  • Wertung -
  • Beste -
  • Schlechteste -

zum Test

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