Je nach Brennweite bzw. Brennweitenspektrum lassen sich Objektive in die drei Standardkategorien Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiv einordnen.
Eine
Brennweite von 50 mm entspricht in etwa dem menschlichen Blickwinkel. Ein 50mm-Objektiv wird daher als
Standard- oder
Normalobjektiv bezeichnet.
Kurze Brennweiten
unter 50 mm werden dem
Weitwinkel zugeteilt, extrem kurze Brennweiten von 14 bis 24 mm dem Superweitwinkel. Verglichen mit dem menschlichen Sehfeld verfügt ein Weitwinkelobjektiv über einen
größeren Bildwinkel (daher auch die Bezeichnung Weitwinkel). Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass ein Weitwinkelobjektiv mehr vom Motiv "sieht" als das menschliche Auge. Aus diesem Grund wird ein Weitwinkelobjektiv gern dann verwendet, wenn der Fotograf nur geringen Abstand zum Motiv halten kann, gleichzeitig aber viel Motivumfang auf die Aufnahme passen soll. Es kommt daher oft in der Architektur- und Landschaftsfotografie, aber zum Beispiel auch bei Gruppenporträts in engen Innenräumen zum Einsatz.
Lange Brennweiten
über 50 mm zählen folglich zum
Tele-Bereich. Mit einem Teleobjektiv werden Motive näher "herangeholt", also
größer abgebildet, als das menschliche Auge sie sieht. Teleobjektive finden in den verschiedensten Bereichen der Fotografie Anwendung. Gemäßigte Telebrennweiten von 80 bis 105 mm werden zum Beispiel gern in der Porträtfotografie genutzt. Beliebte Anwendungsbereiche für den Supertelebereich (Brennweiten ab 300 mm) sind die Tier- und Sportfotografie, die vom Fotografen naturgemäß eine größere Distanz zum Motiv verlangen.
gemäßigter Weitwinkel von 28 mm leichtes Tele von 105 mm
Ein Blick auf die bei uns gelisteten Objektive wird allerdings schnell deutlich machen, dass die Grenzen bei der Klassifizierung von Optiken in Weitwinkel, Normal und Tele oftmals verschwimmen. Einige Zoomobjektive bieten sogar ein umfassendes Brennweitenspektrum vom Weitwinkel bis hin zum starken Telebereich. Diese
Universalobjektive können somit in vielen unterschiedlichen Aufnahmesituationen eingesetzt werden. Ein
Kit-Objektiv – ein Objektiv, das im Bundle mit einer Spiegelreflexkamera verkauft wird – deckt meist den Bereich vom leichten Weitwinkel bis hin zum kurzen Telebereich ab.
Wenn es um digitale Spiegelreflexkameras geht, wird die Klassifizierung von Objektiven außerdem durch den sogenannten
Crop-Faktor erschwert. Alle Brennweitenangaben bei Objektiven beziehen sich auf das analoge Kleinbildfilmformat. Wird ein Objektiv aber mit einer digitalen SLR verwendet, ändert sich in den meisten Fällen die Wirkung der Brennweite: 50 mm entsprechen nicht länger 50 mm. Die Brennweite muss dann mit einem kameraspezifischen Crop-Faktor von z.B. 1,5 oder 1,6 multipliziert werden (
mehr dazu unter 3a).
Doch Objektive können nicht nur nach ihren Brennweiten klassifiziert werden. Spezielle Verwendungszwecke haben ebenso spezielle Objektivtypen hervorgebracht.
Hier wären vor allem
Makro-Objektive zu erwähnen, also jene Objektive, die für Makroaufnahmen von kleinen Dingen wie Insekten und Blüten verwendet werden. Es handelt sich dabei um Objektive mit
Festbrennweite von beispielsweise 50 mm oder 100 mm. Auch einige Zoomobjektive verfügen in einer Brennweiteneinstellung über eine Makrofunktion; in der Regel liegt die Abbildungsleistung aber unter der eines Makro-Objektives mit Festbrennweite.
Makro-Objektive zeichnen sich durch eine
geringe Naheinstellgrenze aus; d.h. es kann selbst bei einem sehr kleinen Abstand zwischen Objektiv und Objekt noch scharf gestellt werden. Daraus ergibt sich ihre besondere Fähigkeit, Objekte in einem
Maßstab von bis zu 1:1 (Objektgröße entspricht Abbildungsgröße auf dem Bildsensor bzw. Film) abbilden zu können.