Die Aufnahme dieser zwei farbenprächtigen Modelle eines alten und eines neuen VW-Käfers entstand im Oktober 2003 im schönen Florenz. Dass dieses Foto nicht im regnerischen Deutschland, sondern tatsächlich im normalerweise sonnigen Italien aufgenommen wurde, ist auf den ersten Blick allerdings nicht ersichtlich. Erst bei näherer Betrachtung erkennt man den Schriftzug „casalinghi“ im Hintergrund, welcher die italienische Herkunft des Bildes beweist.
Während einer Fotoserie, die sich auf Kontraste in Florenz konzentrieren sollte, entdeckte der ambitionierte Hobbyfotograf Alexandre Miguel Maia diese glückliche Konstellation: „Zwei Käfer sieht man selten, und schon gar nicht einen Neuen und einen Alten in so tollen Farben. Deswegen wurden Sie auch gleich aufgenommen“. Das Bild vereint sogar gleich mehrere Kontraste: neu und alt, bunt und farblos sowie warm und kalt (vgl. die zwei Farben der Autos).
Der 24-jährige Alexandre Miguel Maia lebt normalerweise in Hamburg, wo er als Grafiker und Programmierer arbeitet. Anfangs nutzte er noch eine digitale Kamera, nämlich die Casio QV EX-3000. Alexandre stieg aber schon bald auf die analoge Fotografie um - also zurück zu den Wurzeln der Fotografie mit Hilfe einer analogen Mittelformat-Kamera. Das Motiv „Käfer in Florenz“ wurde allerdings noch mit der QV EX-3000 aufgenommen. Die heute schon zu den älteren Modellen gehörende Digitalkamera war für damalige Verhältnisse ausgesprochen gut. Das Bild wurde in Farbe aufgenommen, doch durch eine digitale Nachbearbeitung hat Alexandre die Aufnahme in schwarz-weiß gesetzt und den Hintergrund leicht unscharf wirken lassen. Die Autos erhielten ihre Farbe bei, sind diesbezüglich aber nicht weiter bearbeitet worden.
VW-Käfer - wer kennt sie nicht? Spätestens seit den „Herbie“-Filmen ist dieses schon legendäre Volkswagen-Modell allseits bekannt. Aufgrund dieses Fahrzeugtyps wurde sogar eine neue Stadt gegründet, nämlich Wolfsburg, die heute oft auch nur noch „die Autostadt“ genannt wird.
Ursprünglich hieß das Auto jedoch nicht Käfer, sondern „KdF-Wagen“. KdF steht in diesem Fall für Kraft durch Freude. Als Anfang der 1950er Jahre der VW auch in die USA exportiert wurde, verdrängte das kleine Auto den großen amerikanischen Straßenkreuzer und prägte schnell das Verkehrsbild. Schon bald darauf bürgerte sich dort der Name „Beetle“ ein. Als dann Ende der 60er Jahre der Film „Herbie, ein toller Käfer“ herauskam und der Wagen so an Popularität gewann, übernahm man auch in Deutschland den Namen, welcher sich bis heute halten konnte.
Im Jahre 2003 wurde die letzte Serie mit dem Namen „Ultima Edicion“ vorgestellt. Die Reihe von gerade mal 2300 Exemplaren wurde in zarten Pastelltönen gehalten. Die Modelle der letzten Version besitzen einen Sonderstatus. So wurde der zuletzt erbaute Wagen in die Sammlung von VW aufgenommen, der vorletzte gehört dem in Hamburg sitzenden Axel Springer Verlag und wird für gelegentliche Ausfahrten genutzt.
Bis heute wurden über 21,5 Millionen Autos weltweit verkauft. Damit zählt der VW-Käfer zu einem der meistverkauftesten Automodelle überhaupt. Nur sein Bruder, der VW Golf, kann diese Zahl noch übertrumpfen. |