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Die Canon PowerShot S100 ist die Nachfolgerin der hochgelobten S95. Dank eines großen Sensors, den manuellen Einstellungsmöglichkeiten und RAW-Modus ist sie eine hochwertige Digitalkamera für fortgeschrittene User mit hohen Ansprüchen auf die Bildqualität. Außerdem ist ein GPS-Modul integriert. Ganz billig ist der Spaß nicht: Die Canon S100 ist für 449,- € (UVP) zu haben, wobei der Preis wie gewohnt schnell etwas gesunken ist.

Gehäuse – gutes Display
Canon verzichtet bei der PowerShot S100 auf den bunten Spaßkamera-Eindruck und präsentiert sich professionell: zu haben ist die Digitalkamera in klassischem Schwarz oder Silber. Laut Test ist sie kompakt genug für die Hemd- oder Jackentasche. Die Kamera ist aus Metall, das zusätzlich mit einer matten Beschichtung umhüllt ist. Fingerabdrücke sieht man darauf nicht – sehr nobel. Das Stativgewinde ist aus Metall.
Mit seinem 3-Zoll-Display in einer Auflösung von 461.000 Pixeln wird auch die Bildvorschau einer Oberklassenkamera gerecht. Das Glas des Monitors soll besonders hart sein. Ein Pluspunkt, wenn die Kamera um den Hals hängt und an Reißverschlüssen und Knöpfen kratzen kann. Dreh- und schwenkbar ist es leider nicht. Im Test konnte aber die scharfe und brillante Bildvorschau sehr gut gefallen. Auch bei Sonnenlicht konnte es noch problemlos benutzt werden.
Bedienung – Fortgeschrittene aufgehorcht!
Wie alle kompakten Digitalkameras kann man auch die Canon PowerShot S100 per Vollautomatik bedienen. Lässt man die Kamera alles machen, empfiehlt sich die intelligente Automatik namens "Smart Auto". Wer will, kann die Belichtungseinstellungen aber auch manuell vornehmen. Ein voll manueller Modus und Halbautomatiken stehen zur Verfügung. Mit der Canon S100 werden also nicht nur Vollautomatikfreunde, sondern auch Fortgeschrittene glücklich.
Gefallen konnten im Test die großen Tasten der Kamera, die richtig gedrückt werden können. Das Menü hat eine große Schrift und ist gut zu lesen. Ist ein Menüpunkt markiert, erscheint am unteren Bildschirmrand oft ein kleiner Hilfetext. Ein Reiter im Menü steht für ein selbt zusammengestelltes Menü zur Verfügung. Der Weißabgleich kann unterschiedliche Bildbereiche separat messen, so dass von unterschiedlichen Lichtquellen beleuchtete Bildbereiche trotzdem homogen belichtet werden. Am Objektiv befindet sich ein Ring, über den verschiedene Einstellungen vorgenommen werden können. Das konnte in den Tests gefallen. Man kann z.B. den Zoom auf diesen Ring legen – eine naheliegende Entscheidung. Aber auch als Schnellzugriff für Blende, Verschlusszeit, der Fokus oder die ISO-Einstellung kann der Ring fungieren.

Optik - Weitwinkel, Lichtstärke, Stabilisator: alles weit über der Norm
Schon vor den ersten Tests ließ uns die Canon S100 den Mund wässrig werden, denn sowohl die optischen Eckdaten als auch die Informationen zum Bildsensor klangen sehr vielversprechend. Das Brennweitenspektrum der Canon S100 geht von 24 bis 120 mm. Das Tele mag schwach sein, das Weitwinkel ist dafür sehr gut. Ein fehlendes Tele kann man durch einen Bildausschnitt ausgleichen, ein Weitwinkel ist alternativlos. Wenn also schon ein „kleiner“ 5-fach Zoom beschränkt, dann so!
Eine wahre Freude ist die Anfangslichtstärke. Normalerweise freuen wir uns schon über eine Anfangsblende von f2,8, doch die Canon S100 liefert sogar f2,0! Dazu kommt der neue „Intelligent IS“ Bildstabilisator mit seinen sieben Modi, darunter eine Schwenkerkennung, „Makro IS“ und ein Stabilisierungsmodus extra für den Videomodus. Im Test zeigte der Stabilisator eine sehr gute Leistung.
Ein kleiner Minuspunkt ist der Makromodus. Dieser hat eine Nahbereichsgrenze von 3 cm. Das ist nicht schlecht, bietet aber nicht den 1-cm-Bestwert, den man sich hätte erhoffen können.
Bildqualität - Juhu, ein Riesensensor & RAW
Mit dem 1/1,7-Zoll-CMOS mit 12 Megapixeln macht die Canon PowerShot S100 alles richtig. Statt viel zu viele Pixel auf einen viel zu kleinen Sensor zu quetschen, hat sich Canon für moderate 12 MP auf einem überdurchschnittlich großen Sensor entschieden. Der Sensor trägt den Beinamen „HS“, was auch als Kürzel einigen Canon-Kompakten angefügt wurde. Diese Abkürzung steht für „High Sensitvity”, die Canon S100 soll also besonders bei mäßigen Lichtverhältnissen gute Bilder machen. Teil des HS-System ist auch der Prozessor DIGIC 5. Mit seiner schnellen Datenverarbeitung werden immer komplexere interne Bildbearbeitungsprozesse möglich. Das hat zum Beispiel Auswirklungen auf die Rauschunterdrückung und Extra-Modi wie Dynamikerweiterung oder Effektfilter. Die Bilddaten können auch im RAW-Format gespeichert werden.
Im Test wurde bestätigt, was die guten technischen Daten vermuten ließen. Rauschen und Auflösung waren sehr gut. Das Rauschen ist durch eine interne Nachbearbeitung bis inklusive ISO 800 einem Test zufolge erstklassig. Bei ISO 1.600 zeigt sich ein leichter Detailverlust. Bei ISO 3.200 war das Ergebnis in den Testberichten nicht mehr ein einhelliges "sehr gut: laut eines Tests war dieser hohe ISO-Bereich höchstens als Notlösung bei sehr wenig Licht zu gebrauchen. Ein anderer Test meinte, DIN A3-Ausdrucke seien hier noch möglich.
Die Auflösung war in allen Brennweiten gut, nur das Tele war etwas schwächer. Die Schärfe fiel zum Rand hin im Weitwinkel recht stark ab. Fortgeschrittene können etwas mehr aus der Kamera holen, wenn sie die Blende etwas kleiner stellen, denn laut Test war die Schärfe bei f5,6 am besten. Auch die Schärfe wird intern nachbearbeitet, was dem geübten Auge an gering auftauchenden Schärfeartefakten feststellen kann. Schlimm ist dieser Effekt aber nicht, oft nimmt er nur voraus, was in der Bildbearbeitung am Computer sowieso gemacht worden wäre.
Ähnlich sieht es mit der Farbdarstellung aus. Der Weißabgleich arbeitet sehr präzise. Allerdings werden die Farben um des brillanten Bildeindrucks willen leicht verfälscht: das Blau bekommt einen Schubs ins knallige, und auch Rot- und Cyan-Töne werden übersättigt. Das spiegelt zwar nicht die Realität perfekt wieder, sorgt aber dafür, dass die Bilder knackiger wirken – auch ein Arbeitsschritt, der einem am Computer erspart bleibt. Die Dynamik ist gut und bleibt laut Testbericht bis ISO 800 bei über zehn Blendenstufen.
Von der Optik ausgehende Fehler sind vorhanden, aber gering. Am stärksten störte es in einem Test, dass die Verzeichnung nicht nur bei 24 mm, sondern auch bei 50 mm noch bei leicht sichtbaren 1,5% lag. Im Weitwinkel mag das unvermeidlich sein, in der Normalbrennweite nicht mehr. Das Tele war verzeichnungsfrei. Chromatische Aberration, also farbige Säume an Kontrastkanten, waren bei starker Vergrößerung hier und da leicht zu sehen.

Ausstattung – GPS, Full HD und ein guter Serienbildmodus
Nett ist das integrierte GPS-Modul der Canon PowerShot S100. Damit kann man immer nachvollziehen, wo die Fotos gemacht wurden. Auch kann das GPS die Route unabhängig von Fotoaufnahmen gespeichert werden, so dass Sie Ihre Reiseroute nachvollziehen können. Aber Achtung: dieses Feature frisst ordentlich Akku! Und man sollte aufpassen, die Funktion im Menü zu deaktivieren, denn laut Test bleibt das GPS an, auch wenn die Kamera ausgeschaltet ist.
Videos werden in Full HD aufgenommen. Ein Stereomikrofon ist integriert und der optische Zoom steht verlangsamt zur Verfügung. Leider kann man letzteren auf der Tonspur leicht hören. Der Fokus stellt im Videomodus nach. Auch Zeitlupenaufnahmen mit 120 oder 240 Bildern/Sek sind möglich, aber nur in VGA-Auflösung. Gestartet wird der Videomodus mit einer separaten Taste. So muss man nicht lange im Menü wühlen, um einen kleinen Film zu drehen.
Mit Filtern und diversen Modi bietet die PowerShot S100 viel zu Spielen an. Es gibt z.B einen HDR-Modus, für den man allerdings ein Stativ oder mindestens einen unbewegten Untergrund braucht. Gefallen kann auch der ND-Filter, der in Kombination mit ISO 80 bei Tageslicht die Belichtung verlängern kann. Ein Blitz ist natürlich mit dabei, der aber im Test nicht so recht überzeugen konnte. Vor allem im Weitwinkel waren die Ecken schlecht ausgeleuchtet. Schade, dass die Canon S100 keinen Blitzschuh hat, das wäre das Tüpfelchen auf dem i. Optional ist ein Unterwassergehäuse für die Canon S100 zu haben. Der Akku hielt im Test (ohne GPS) ca. 200 (min. 100, max. 430) Auslösungen durch – etwas mager.
Geschwindigkeit – Nicht die schnellste, aber ok
Serien soll die Canon S100 laut Hersteller mit bis zu 9,6 Bilder/Sek aufnehmen können. Ein klasse Wert, die Kamera schafft aber nur acht Aufnahmen in Folge. Die Auslöseverzögerung liegt laut eines Tests bei durchschnittlich 0,5 Sekunden. Ein anderer Test spezifizierte dieses Ergebnis: Während im Weitwinkel eine sehr gute und absolut schnappschusstaugliche Auslöseverzögerung von 0,37 Sekunden erreicht wird, verlängert sich diese im Tele auf längere 0,61 Sekunden – knapp über unserer Schnappschusstauglichkeits-Grenze.
Fazit & Alternativen
Die Canon PowerShot S100 ist eine sehr gute Kompaktkamera für den anspruchsvollen Nutzer – auch wenn ihr schlichtes äußeres nicht auf den ersten Blick darauf schließen lässt. Unter dem Strich ist die Canon S100 sehr gut als kompakte Zweitkamera für die meisten DSLR-Fotografen geeignet. Höchstens der fehlende Blitzschuh fehlt noch zum perfekten Glück.
Wer eine ähnlich ausgestattete Canon-Kompakte mit Zubehörschuh sucht, muss auf die ein Jahr ältere Canon G12 zurückgreifen oder auf die Canon PowerShot G1 X warten – die aber einen Zacken teurer wird. Wer nicht unbedingt bei Canon bleiben möchte, kann sich auch noch folgene Kameras ansehen: Die Nikon Coolpix P7100 mit 28 bis 200 mm, die Fujifilm FinePix X10, die Olympus XZ-1, beide mit 28 bis 112 mm, oder die nicht mehr ganz frische Samsung EX1 24 bis 72 mm. |
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